fibrAlpin: Hier wird Flachs zu Garn.
von Nina, April 2026
fibrAlpin ist aus einer konkreten Lücke entstanden. Flachs und Hanf haben im Alpenraum eine jahrhundertelange Geschichte – als Kulturpflanzen, als Rohstoff, als Teil einer regionalen Wirtschaft. Diese Infrastruktur ist weitgehend verschwunden. Mit ihr das Wissen, die Maschinen, die Wertschöpfung vor Ort. Heute werden Faserpflanzen in der Schweiz kaum mehr kultiviert – nicht weil das Potenzial fehlt, sondern weil die Verarbeitungskapazität fehlt.
Genau dort setzen wir an. fibrAlpin entwickelt die erste kleinskalige Bastfaseranlage der Schweiz: modular, transportfähig, auf die Strukturen von Bergregionen ausgerichtet. Ziel ist eine funktionierende regionale Wertschöpfungskette – vom Anbau über die Faseraufbereitung bis zum fertigen textilen Produkt, mit kurzen Wegen und nachvollziehbarer Herkunft.
Das Projekt ist bewusst als Pilotvorhaben angelegt – mit realem Marktumfeld, konkreten Meilensteinen und dem Anspruch, ein Modell zu entwickeln, das auf andere Regionen übertragbar ist.
Wer wir sind
Das Team hat sich über den Verein Fibershed DACH zusammengefunden – fünf Personen aus unterschiedlichen Feldern, die dasselbe Ziel verfolgen.
Nina bringt strategische und strukturelle Perspektiven ein – aus jahrelanger Arbeit an transparenten Lieferketten und regionalen Produktionssystemen in der Textilindustrie.
Nicolas entwickelt und baut die Maschinen. Er übersetzt das technische Verständnis der Faseraufbereitung in skalierbare, praxistaugliche Lösungen.
Ursula bringt Expertise in regionaler Entwicklung und Flachswertschöpfungsketten ein und unterstützt bei Strategie und Strukturaufbau.
Mira verbindet handwerkliche Praxis mit gestalterischer und akademischer Auseinandersetzung mit textilen Materialien und lokalen Kreisläufen.
Stephanie schafft Erfahrungsräume rund um Naturfasern und Handwerk. Ihr Fokus liegt darauf, den Weg von der Pflanze zum Produkt erlebbar zu machen.
Wo wir gerade stehen
Die konzeptionelle Grundlage steht. Eine erste Brechmaschine wurde entwickelt und gebaut – der erste technische Baustein der geplanten Anlage. Das Fundraising läuft, erste Förderungen sind gesichert. Besuche bei Bastfaser-Initiativen in verschiedenen europäischen Ländern haben das Bild geschärft: Wir sind nicht allein mit dieser Arbeit – und können von dem lernen, was anderswo bereits funktioniert.
Nächste Schritte
Ab Sommer 2026 nimmt fibrAlpin den Betrieb auf. Parallel entstehen Erfahrungsräume für alle, die den Weg von der Pflanze zur Faser selbst erleben wollen – für Landwirtschaftsbetriebe, Gestalterinnen, Neugierige. Regionale Lieferketten brauchen beides: Infrastruktur und Menschen, die wissen, was damit anzufangen ist. Daran arbeiten wir.
Hier geht’s zu unserer Projektseite: https://www.fibershed-dach.org/blog/fibralpin